Union Berlin möchte deutschen Fußball revolutionieren

U19 Union Berlin Holzkirchen Fortuna Köln

Die Verantwortlichen von Union Berlin planen den deutschen Fußball zu revolutionieren. Unter anderen soll die erste wie auch zweite Bundesliga auf 20 Mannschaften aufgestockt werden. Darüber hinaus soll die dritte Liga in die DFL aufgenommen werden. Bisher betreut die DFL lediglich die erste und zweite Bundesliga. Jeder Regionalliga Meister hat darüber hinaus die Chance direkt aufzusteigen. Ohne eine leidige Relegation auszutragen.

Union-Präsident Dirk Zingler sagt dazu: „Die Diskussion über Veränderungen im deutschen Fußball sollten wir nicht auf personelle und strukturelle Aspekte beschränken, sondern uns auch damit auseinandersetzen, in welche Richtung wir künftig gehen wollen. Unsere Position ist sehr deutlich: Wir halten einen Kurswechsel, der den stufenlosen Wettbewerb der Vereine in Deutschland fördert und die unterschiedlichen Positionen der verschiedenen Interessengruppen im Fußball wertschätzt und berücksichtigt, für dringend notwendig.“

Das Präsidium des 1. FC Union Berlin hat seine Überlegungen in einem umfangreichen Positionspapier bereits der DFL und ihren Mitgliedern zur Verfügung gestellt. Laut den Verantwortlichen wird der deutsche Fußball von krisenhaften Symptomen begleitet. Als da zu nennen wären: fehlende Konkurrenz bei der nationalen Meisterschaft, das frühzeitige Ausscheiden von Bundesliga-Vereinen in europäischen Wettbewerben, sowie eine zunehmende Entfremdung bei wichtigen Interessengruppen.

Hierbei wird argumentiert der Verein: “Diese Entfernung steht am Beginn der Entfremdung, die auch rund um den Profifußball zu beobachten ist. Fußball ist ein bedeutender Teil der Gesellschaft in Deutschland und bildet deren Tendenzen und Entwicklungen in komprimierter Form ab. Die Stärkung der radikalen Ränder aufgrund einer gefühlten und erlebten Bedrohung ist längst unübersehbar – sowohl im Fußball als auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Menschen, die nicht wertgeschätzt und nicht ernstgenommen werden, greifen zu extremen Aktions- und Kommunikationsformen. Schmähgesänge, diskreditierende Banner sowie permanente verbale Angriffe auf Verbände und einzelne Funktionäre zeugen von der Eskalation ungelöster Konflikte.”

Weiter heißt es in der Meldung: “Öffentliche Erwartungshaltungen, riesige wirtschaftliche Unterschiede zwischen den nationalen Profivereinen und unbeschreiblich hohe Geldflüsse unter den Teilnehmern europäischer Wettbewerbe lassen Vereinsführungen erhebliche wirtschaftliche Risiken eingehen, die Vereine in ihrer Existenz gefährden und verständnislose Menschen zurücklassen. Der sportliche Wettbewerb ist vor allem ein wirtschaftlicher geworden. Eine geringe Zahl von Klubs ist uneinholbar enteilt. Ihre erdrückende sportliche Dominanz entwertet vor allem die nationalen Wettbewerbe, an deren Spitze die immer gleichen Konkurrenten den Meistertitel ausspielen. Diese Entwicklung ist in Deutschland besonders deutlich und bedroht den deutschen Fußball insgesamt, auch in seiner internationalen Konkurrenzfähigkeit. Wird der nationale Wettbewerb uninteressant, sinkt zuerst das Interesse der Menschen, danach das der Medien und schließlich das Interesse der Sponsoren. Ein schwacher nationaler Wettbewerb schwächt auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit.”

Der FC Union Berlin hat dazu einige Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Die dritte Liga sollte als Profiliga unter dem Dach der DFL organisiert werden.
  • Die Aufstockung der Profiligen auf jeweils 20 Vereine
  • Direkter Aufstieg aller Regionalliga Meister
  • Play-Offs mehrere Mannschaften um den Aufstieg bzw. Klassenerhalt
  • Festlegung von Obergrenzen bei Gehältern sowie eine Begrenzung von Leihspielern pro Verein
  • Stufenlose Verteilung der Vermarktungserlöse
  • Professionalisierung der Schiedsrichterwesens und der Sportgerichtsbarkeit
  • Drastische Erhöhung der Ausbildungsentschädigungen
  • Fokussierung auf das Stadionerlebnis
  • Beibehaltung der 50+1 Regel

Die Details in den Maßnahmen könnt ihr hier nachlesen.

https://www.fc-union-berlin.de/de/union-live/news/verein/Kurswechsel-fuer-den-deutschen-Profifussball-1861A/