Meisterlöwe Peter Grosser im Interview mit der TZ

Hasan Ismaik: "Wir sind längst in Gesprächen"

München – Die TZ unterhielt sich mit Peter Grosser. Der Meisterlöwe spricht über die Zeit als er noch Fußballer gewesen ist, über die Verdienstmöglichkeiten von heute. Die verpasste Chance damals in den Sechziger-Jahren den nächsten Schritt als Verein zu machen.

Peter Grosser über seine Zeit bei 1860 München

Zu seiner Zeit ist der Fußballprofi als Beruf überhaupt eingeführt worden. Die Gehälter wurden vom DFB festgelegt. Die Bundesligavereine durften lediglich 50.000 Mark für einen Transfer ausgeben, in der zweiten Liga waren es gar nur 12.000 Mark. Das Grundgehalt von Peter Grosser bezifferte sich auf 500 Mark. Mit Prämien konnte es aber auf 1200 im Monat steigen. Für die damaligen Verhältnisse war das trotzdem ordentlich. Schließlich verdiente ein normaler Arbeitnehmer lediglich die Hälfte. Trotzdem sei es kein Vergleich zu den Zahlen die heute im Profifußball kursieren. Früher gab es keine individuellen Trainingspläne, die Spieler trainierten alle gleich. Die physische Gegebenheit der Sportler spielte dabei keine Rolle. Es wurde entweder zu viel oder zu wenig trainiert. “Geschadet scheint es nicht zu haben. Schließlich kamen dabei ganz gute Leistungen bei raus”, so Grosser.

Das Medienaufkommen so Grosser sei früher verschwindend gering gewesen. Hin und wieder hat ein Journalist sich mal das Training angesehen. Bewegte Bilder in Form von Kameras hat es nicht gegeben. In den sechziger Jahren waren die Löwen in München die Nummer eins. Sie waren Bundesliga-Mitbegründer. Das hatte folgenden Hintergrund. Pro Stadt durfte ein Fußballverein in der Bundesliga spielen. Die Bayern hatten zwar einen besseren Punkteschnitt als die Löwen, die Sechziger hingegen wurden süddeutscher Meister. Durch diesen Titel bekamen sie den Vorzug vor den Bayern. Die Löwen haben es verschlafen die Vorsprung auf den FC Bayern auszubauen, so Grosser.

Grosser über die Gegenwart

Aktuell befindet sich Unterhaching eine Liga über den Löwen. Laut Grosser sei dies aber eine Momentaufnahme. Unterhaching hat es sehr schwer, da ihr Einzugsgebiet bereits von 1860 und Bayern München stark umworben wird. Die Löwen werden relativ bald das alte Kräfteverhältnis wieder herstellen. Mit einer Führung und einem größerem Zusammenhalt sieht Peter Grosser die Löwen mittelfristig in der Bundesliga. Als Beispiel nennt Grosser Ingolstadt und Darmstadt. Beide sind in die Bundesliga aufgestiegen. Die Löwen haben viele Fans und Mitglieder in seinen Augen sollte das auch für die Löwen drin sein. Für Grosser ist der FC Bayern trotz seiner mittlerweile Globalen Ausrichtung immer noch ein Münchner Verein. Er lobt die Bayern für ihre Leistungen und das sie komplett schuldenfrei sind.

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Grosser über einen möglichen Nicht-Aufstieg

Er glaubt nicht, dass die Löwen dadurch uninteressant werden würden. In seinen Augen ist das Interesse am Regionalliga Fußball größer als in den Medien kundgetan wird. Pro Spiel gebe es mehr als 10.000 Anhänger die keine Karte für das Spiel bekommen. Für ihn sei es ein großes Manko aus der Allianz Arena ausgestiegen zu sein. Grundsätzlich ist er fest davon überzeugt, dass die Löwen den Aufstieg in die Dritte Liga schaffen werden.

Eine Führungsmannschaft muss her

Mit Ausnahme von Karl Heinz Wildmoser habe 1860 München keinen Präsidenten gehabt der versucht hätte eine Struktur aufzubauen, wie es beim FC Bayern der Fall ist. Der Abstand zwischen 1860 München und Bayern München ist derzeit so groß wie noch nie. Laut Grosser muss eine Führungsmannschaft bei 1860 etabliert werden.

Das volle Inteview könnt ihr hier entnehmen.

1860 News meint:

Ich persönlich bin geteilter Meinung. Natürlich ist der Abstand zwischen 1860 München und dem FCB so groß wie noch nie. Das die Präsidenten nach Wildmoser durch den Arena-Vertrag in der zweiten Liga eher reagieren, als agieren mussten, verschweigt Grosser dezent. Auch das große Ticketinteresse am Verein kaufe ich nicht ganz ab. Klar zu den Highlight-Spielen hätten wir zahlreiche Karten verkaufen können. Wie sieht es aber mit unattraktiveren Gegnern aus? Zudem finden die Spiele in der Regionalliga Bayern an unmöglichen Uhrzeiten oder Tagen statt. Man denke da nur an die Freitagsspiele (19 Uhr). Kurzfristige Terminverschiebungen (s. Garching Spiel). Auch die Montagsspiele oder die zahlreichen Partien, die unter der Woche stattfinden machen es allgemein schwer für 1860 München zu planen. In meinen Augen war der Arena Ausstieg das einzig positive das der Abstieg mit sich gebracht hat. Denn dieser Klotz hätte in der Regionalliga-Saison nicht diesen Hype um 1860 München ausgelöst. In einem 75.000 Mann Stadion gegen Pipinsried oder Garching zu spielen wäre für mich furchtbar. Das über Kurz oder Lang eine Stadionfrage aufkommt ist vermutlich unvermeidbar. Dennoch macht es stand jetzt (Viertligist) eher keinen großen sich darüber Gedanken zu machen. Für 1860 München gilt es die vierte Liga anzunehmen und bis zur Relegation in Top-Form zu kommen. Alles weitere wird mit der Zeit kommen.

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