Mohamad Awata – ich spiele um die Existenz

München/Heimstetten: EX-Löwe Mohamad Awata gibt im Interview mit fussball.de zu das er um seine Existenz spielt. Ein paar Auszüge aus dem Interview findet Ihr hier und das komplette Interview unten im Link.

Kurz vor Ende der Transferfrist entschieden Sie sich nun für den SV Heimstetten als nächste Station. Weshalb?

Awata: Ich hatte in der Winterpause mehrere Möglichkeiten. Ursprünglich war geplant, dass ich nach Saudi Arabien wechsele. Das klappte aber nicht, weil ich mein Visum nicht rechtzeitig vor Ende der Transferfrist erhalten hätte. In Deutschland hatte ich Kontakt zu mehreren Vereinen. Auch der SC Hessen Dreieich aus der Regionalliga Südwest und Heimstettens Ligakonkurrenten FC Pipinsried und VfR Garching waren an mir interessiert. Heimstetten ist es dann geworden, weil Fabio Sabbagh, mein ehemaliger Mannschaftskollege beim TSV 1860 München, mich bei Trainer Christoph Schmitt empfohlen hat. Der SVH war ohnehin auf der Suche nach einem Stürmer – quasi eine Win-win-Situation auf den letzten Drücker.

Ihre erste Station in Deutschland war der TSV 1860 München, für den Sie von Februar 2017 bis Sommer 2018 kickten. Wie sind Sie bei den Löwen gelandet?

Awata: Das ist eine etwas längere Geschichte. In den ersten Monaten nach meiner Flucht aus Syrien lebte ich in Stuttgart. Dort habe ich einen Freund, dessen Vater Syrer und ein Kumpel von meinem Onkel ist. Er hatte Kontakte zu 1860 München und vermittelte mir ein Probetraining. Ich wusste, dass das vielleicht eine einmalige Chance für mich war, und so trainierte ich auch. Glücklicherweise reichte es, um 1860-Trainer Daniel Bierofka zu überzeugen. Er sagte mir, dass ich ein sehr guter Spieler sei, meine Sachen packen und nach München kommen solle. Ich erhielt einen Vertrag und war plötzlich Löwe.

Sie spielten zunächst in der U 21, zur vergangenen Saison rückten sie dann in den Kader der ersten Mannschaft auf. Wie würden Sie rückblickend Ihre Zeit bei 1860 München beschreiben?

Awata: Es waren unglaubliche eineinhalb Jahre, in denen ich unzählige Freunde gewonnen und sehr viel gelernt habe. Zu ehemaligen Mitspielern wie Christian Köppel, Aaron Berzel oder auch Ex-Bundesligaprofi Timo Gebhart habe ich eine engere Beziehung aufgebaut. Sie haben mir immer bei allem geholfen, auch über den Fußball hinaus. Bei Christian würde ich sogar so weit gehen, dass ich sage, er ist wie ein Bruder für mich. Als Gegenleistung für ihre ständige Hilfe habe ich die Jungs dann hin und wieder zu mir nach Hause eingeladen und sie mit leckerem, arabischem Essen verwöhnt. (lacht)

Heimstetten ist Tabellenletzter in der Bayern-Staffel. Wie lauten jetzt Ihre Ziele?

Awata: Ich bin ehrlich: Für mich geht es um die Existenz. Ich spiele Fußball, um Geld zu verdienen, meine Miete zu bezahlen und auch für meine Familie in Syrien etwas übrig zu haben. Mit meinem Verdienst in Heimstetten wird das nicht einfach. Deshalb werde ich mir vorübergehend einen Job suchen, den ich parallel zum Fußballspielen ausüben kann. Mein langfristiger Anspruch ist es aber, ausschließlich Fußball spielen zu können. Ich möchte für Heimstetten viele Tore erzielen, mit dem Team den Klassenverbleib schaffen und mich gleichzeitig für höhere Aufgaben empfehlen.

Das komplette Interview findet Ihr auf fussball.de

Foto: Facebook Mohamad Awata

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