Marco Hiller – Ausdauer zahlt sich aus

Marco Hiller Ausdauer zahlt sich aus
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Die Geschichte von Marco Hiller beim TSV 1860 München ist einzigartig. Am 1. Juli 2008, wechselte der damals 11-Jährige Marco zum TSV 1860 München. Seither sind mehr als 10 Jahre vergangen. Das Talent durchlief alle Jugendabteilungen und landete schließlich über viele Umwege im Löwentor. 

steiniger Weg

Seine junge Karriere war bis dato ein stetiger Kampf. In der Jugend hatte es Hiller mit starken Konkurrenten zu tun: Florian Schwaiger und Maximilian Engl. Darüber hinaus hatte er immer wieder mit langen Verletzungen zu kämpfen. Sowohl 2015 als auch 2016 verletzte sich Hiller und fiel lange aus. In der U21 war er zu Beginn nur Ersatztorhüter. Trotzdem überzeugte er in den wenigen Spielen.

Nach dem Doppelabstieg plante Daniel Bierofka eigentlich mit Maximilan Engl. Dieser entschloss sich jedoch in die dritte Liga zum späteren Insolventen Erfurt zu wechseln. Mittlerweile kickt Engl wieder in Bayern, genauer gesagt in der vierten Liga für den VfR Garching.

Chance für Hiller

So bekam Marco Hiller beim TSV 1860 die Chance in der vierten Liga Stammtorhüter zu werden. Nach dem Weggang von Engl holten die Löwen Alexander Strobl. Beide Torhüter duellierten sich um die Nummer Eins im Tor. Den Zuschlag bekam anfänglich der jüngere Hiller.

Nach einigen Unsicherheiten, entschied Daniel Bierofka Alexander Strobl das Vertrauen zu schenken. Auch unter ihm lief nicht alles makellos, so wurde ihm das Pokalspiel gegen Ingolstadt (1:2) zum Verhängnis. Daniel Bierofka legte sich auf Marco Hiller als Nummer 1 fest. Holte aber vorsorglich noch mit Hendrik Bonmann einen weiteren Keeper. Da dieser bei seiner Verpflichtung noch verletzt war, blieb Hiller bis zur Winterpause im Kasten der Löwen.

Erneuter Kampf im Tor

In der Winterpause 2017 kam es zu einem Zweikampf zwischen Marco Hiller und Hendrik Bonmann. Es war ein Kopf an Kopf Rennen. das Marco Hiller letztlich für sich entscheiden konnte.

Aufgrund einer Rotsperre wurde er zweimal von Hendrik Bonmann im Tor vertreten. Ansonsten war Hiller unangefochtener Stammspieler beim TSV 1860 München. In 33 Regionalliga Spielen bleib Hiller ganze 19-mal ohne Gegentreffer. Ein starker Wert, der zurecht Begehrlichkeiten bei einigen Zweitligisten weckte.

In Sommerpause 2018 wurden die Karten bei den Torhütern erneut neu gemischt. Dabei erhielt Hendrik Bonmann den Zuschlag für das Tor der Löwen. Nun stand für Marco Hiller dessen Vertrag im Sommer 2019 auslief vor der Wahl: Bleiben oder wechseln?

Er hatte einige Angebote aus der zweiten Liga wie mehrere Medien gleichzeitig bestätigten. Der 21-Jährige entschied sich dagegen und verlängerte seinen auslaufenden Vertrag um ein weiteres Jahr (30. Juni 2020).

Ein solcher Schritt erfordert auch einen gewissen Mut. Nicht jeder Profi hätte seinen Vertrag nach einer starken Saison (2017/18) verlängert um sich dann auf die Ersatzbank zu setzen. Zumal Hiller bei einem Zweitligisten deutlich mehr Geld bekommen hätte. Marco Hiller blieb und ist rückblickend betrachtet der große Gewinner der Löwen-Hinrunde bislang. Denn Hendrik Bonmann verletzte sich im Spiel gegen Energie Cottbus und fällt vermutlich bis zur Winterpause aus.

Neun Einsätze, dreimal ohne Gegentreffer

In neun Einsätzen, kassierte er neun Gegentreffer und bleib dreimal ohne Gegentor. Sein Saison-Highlight war das bärenstarke Spiel gegen Unterhaching, wo er den Löwen letztlich einen Punkt durch einen gehaltenen Elfmeter und den Nachschuss im Spiel hielt (siehe Video weiter unten).

Daniel Bierofka registriert die Leistungsteigerung und äußert sich gegenüber der Bild-Zeitung wie folgt: „Es ist ähnlich wie letztes Jahr, da war es ein extremer Prozess für ihn. Am Anfang haben alle gesagt: ‚Nimm den Hiller raus, der schlägt jeden Ball ins Aus!’ Dann hat er uns mit seinen Paraden zur Meisterschaft geführt, hat es auch in der Relegation total souverän gemacht. Jetzt merkt man es wieder: Er wird von Spiel zu Spiel sicherer und immer ruhiger.“

Am kommenden Wochenende feiert Hiller seinen 10 Einsatz in der dritten Liga. In der Kicker Top-Spieler Rating ist der 21-Jährige Nachwuchstorwart mit einem Notenschnitt von 2,89 auf Rang 20. Damit ist er nach Adriano Grimaldi zweitbester Löwe. (Platz 10, Notenschnitten: 2,81) Vor Stephan Hain (Unterhaching, Platz 21.), Martin Kobylanski (Münster, 37.), Anton Fink (KSC, 37.), Stephan Fürstner (Braunschweig, 62.) oder Stefan Aigner (Uerdingen, 71.). Ausdauer kann sich manchmal also doch auszahlen.

 

 

 

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