Interview mit VR-Kandidat Thomas Angerer

Interview mit VR-Kandidat Thomas Angerer

Interview mit VR-Kandidat Thomas Angerer

Unser nächster Interviewpartner ist Thomas Angerer. Er ist seit 1997 Löwenmitglied, wurde von Franz Hell vorgeschlagen und gehört zum Team Profifußball. Nähere Details findet ihr unter seinem Steckbrief, auf der Seite des tsv1860.org.

Servus, wir begrüßen Sie recht herzlich zur unseren kurzen Fragerunde vor der Mitgliederversammlung. Sie bewerben sich als Verwaltungsrat. Um dem Leser einen genaueren Einblick in Ihre Person zu geben würden wir Sie bitten sich in ein paar Sätzen vorzustellen.

Mein Name ist Thomas Angerer, 46 Jahre alt, verheiratet und habe vier Kinder. Ich bin geschäftsführender Gesellschafter der Liberatus IT, sowie Inhaber der Marketing4Sales. Seit meiner Geburt ist mir der Löwe in die Wiege gelegt worden. Jahrelang, und auch die wildesten Zeiten war ich im Grünwalder im Block G, aber auch in der Nordkurve im Olympiastadion und natürlich auch in der Arena immer dabei. Die letzten fünf 2. Liga Jahre waren wir als Liberatus IT in der Sponsoren-Kategorie Löwenfreunde zu finden. Mit der M4S durften wir viele Veranstaltungen von FESTINA während der Sponsoring Zeit unterstützen und von dem her kenne ich den Verein schon ein bisschen.

Aus welchem Grund möchten Sie Verwaltungsratmitglied werden?

Weil für mich der Verein ein Teil meines Lebens ist. Mich regt die Fan-Spaltung auf und mich regt das Gegeneinander der Gesellschafter auf. Und ich bin mir sicher, dass man mit einem richtig guten Team, welches Strukturen schaffen und Brücken bauen kann wieder in ein zukunftsträchtiges Miteinander kommt. Und zwar für alle!

Warum sollten die Fans Ihnen Ihre Stimme geben?

Wir haben eine super Mannschaft mit einem voll funktionierenden Trainer/Manager-Team. Wir haben in der Geschäftsstelle top Leute die sich, egal ob in der 2. Liga, Regionalliga oder jetzt eben 3. Liga geräuschlos und professionell um den Betrieb kümmern. Ob das die Verwaltung, Marketing, Ticketing, das NLZ, die Betreuer, usw. sind.

Man muss es schaffen, die Gesellschafter auch auf Kurs zu bringen und dafür stehe ich mit dem Team. Der Kurs muss unter anderem heißen, wirtschaftlich sinnvolle Geldquellen zu erschließen, damit unsere Mannschaft verstärkt werden kann, so wie es die sportliche Leitung für nötig hält sowie Schritt für Schritt raus aus dem Schuldenberg bis hin zu einem (vielleicht gänzlichem) freien TSV 1860 München. Wenn wir die Gesellschafter zu einem fairen miteinander bewegen können, dann bekommen wir vieles andere auch hin.

Das Verhältnis zwischen den Gesellschaftern ist derzeit angespannt. Wie wollen Sie dem als möglicher Verwaltungsratkandidat entgegenwirken?

Mit Kommunikation, aufzeigen von Lösungsansetzen z. B. wie es sein kann wenn man miteinander arbeitet und mit klaren Strukturen. „Alle an einem Strang“ ist die Devise ….

Hasan Ismaik ist seit 2011 Investor beim TSV 1860 München. Aus seinen ambitionierten Zielen (Aufstieg in die Bundesliga) ist nichts geworden. Immerhin klappte der direkte Wiederaufstieg in den Profifußball. Anhand der letzten Jahre, welches Zwischenzeugnis würden dem 1860-Investor ausstellen?

Ich hab mit ihm schon zwei Mal persönlich gesprochen Wirtschaftlich war es für ihn bis jetzt eine Katastrophe. Ein paar Jahre hat er nur die Löcher, für die er nicht verantwortlich war, gestopft, damit wir überhaupt überleben konnten. Dann hat er mit den falschen Beratern den Versuch gestartet die Löwen mit der Brechstange nach oben zu bringen und ist grandios gescheitert. Leider hat er auch zum Teil falsche Personalentscheidungen getroffen, die nicht immer nachvollziehbar waren. Hier würde ich eine 4 geben.

Er hat trotz allem viel Geld in den Verein gegeben, stundet jetzt wieder sehr viel Geld und hat gerade wieder zwei Mio. Euro locker gemacht und wird trotzdem von einigen angefeindet. Dankbarkeit sieht anders aus. Ich bin überzeugt, dass man mit ihm zusammen etwas erreichen kann. Aber nur, wenn man miteinander, sauber und fair arbeitet. Und zwar auf beiden Seiten! Ohne ihn würde es den Verein so überhaupt nicht mehr geben. Er hat Sechzig gerettet als alle anderen schon mehrmals versagt und gezeigt haben, dass sie es nicht können. Noch dazu war weit und breit keiner da, der uns sonst helfen wollte. Deshalb hier Emotional eine 2+.

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Kommen wir nun zur e.V.-Seite. Nach dem Abstieg blieben beide Vizepräsidenten Hans Sitzberger und Heinz Schmidt. Neuer Präsident wurde Robert Reisinger der seit einem Jahr im Amt ist. Wie beurteilen Sie die Arbeit des Trios?

Hans Sitzberger kenne ich noch aus den Sponsoren-Treffen im Rilano Hotel. Wir waren damals an einem Tisch und haben uns über die ToDo´s von Hasan Ismaik unterhalten. Seine damaligen Aussagen waren absolut konträr zu dem, was dann in der letzten Woche der Abstiegs-Saison passiert ist. Das verstehe ich immer noch nicht. Aber man kann sich glücklich schätzen dass man ihn als Voll-Löwen und Sponsor hat und dass er sich als Vize zur Verfügung gestellt hat. Ich denke, er hat schon aufgrund dessen, was er alles für die Löwen finanziell getan hat eine 2 verdient, seine Tätigkeiten als Vize kann ich in seinem ToDo nicht beurteilen, weil ich nicht weiß was ihm sein Präsident vorgegeben hat und für was er verantwortlich ist.

Herrn Schmidt kenne ich außer einmal Händeschütteln im Businessbereich nicht. Sein Auftritt am schwarzen Freitag hat mir nicht gefallen. Man hört aber, dass er zu den Löwen-Mitarbeitern hin einen sehr guten Job macht und von allen als Person und Wissensträger mehr als respektiert wird. Auch hier kann ich seine Tätigkeiten als Vizepräsident nicht beurteilen, da fehlt einfach der Einblick.

Herr Reisinger ist ja unser „Ober-Löwen“. Ich finde es gut, dass er sich zur Verfügung gestellt hat den Verein zu führen, so wie ich jeden Menschen respektiere der ein Amt für einen Verein ehrenamtlich ausfüllt. Von einem Präsidenten, sprich einem Oberhaupt von über 20.000!!! Mitgliedern erwarte ich aber schon noch einiges andere. Zum Beispiel, dass man, wenn der Hauptgesellschafter beleidigt wird, ihn ohne Kompromisse verteidigt. Ich erwarte ein Miteinander mit dem Hauptgesellschafter zum Wohle des Vereins und keine Beleidigungen gegenüber Geschäftspartnern, die uns in der Sache geholfen haben. Ich erwarte vor allem wirtschaftliche Lösungsansätze zum Wohle der Löwen und dass er etwas gegen die nicht nachvollziehbare und traurige Fanspaltung unternimmt. Außerdem erwarte ich glasklare Aussagen zu diversen Themen wie z. B. zum Stadion und ich erwarte Transparenz wie es um die Löwen in all den aufgeführten Punkten steht, damit nicht ununterbrochen Halbwahrheiten, von wem auch immer gestreut, im Umlauf sind.

Die Stadionproblematik bleibt den Löwen seit dem Arena-Auszug treu. Das Grünwalder Stadion ist derzeit lediglich für 15.000 Zuschauer zugelassen. Der Verein hat alleine über 20.000 Vereinsmitglieder. Viele Fans werden weiterhin nicht in den Genuss kommen, sich die Löwenspiele live anzusehen. Wie ließe sich das Problem in den nächsten Jahren beheben. Welche Möglichkeiten sehen Sie für die Zukunft?

Mir fehlen hier sehr viele Einblicke zu denen ich gar keinen Zugang habe, um irgendetwas Genaues sagen zu können. Es wäre schlichtweg unseriös. Als aller erstes braucht man hier eine hundertprozentige Aussage von der Stadt zum Thema Grünwalder Stadion. Je nachdem wie die ausfällt, muss man Entscheidungen in die eine oder andere Richtung treiben. Ausbau auf mindestens 30.000-35.000 Zuschauern mit allem was ein modernes Stadion braucht um sich wirtschaftlich gesunden zu können wäre meine Wunschlösung oder eben ein neues, eigenes Stadion.

Dem TSV 1860 fehlt es leider immer wieder an Geld, gerade dann, wenn man im Profifußball Fuß fassen möchte. Nichtsdestotrotz gibt es Mannschaften, wie Aue, Sandhausen, Heidenheim, Kiel, Regensburg, die ohne großen Investor oder Fanaufkommen in der zweiten Liga spielen. Was machen diese Vereine im Vergleich zu den Löwen richtig?

Diese Vereine arbeiten mit Sicherheit sehr gut und sachlich. Was sie anders machen oder richtiger machen kann ich nicht beurteilen. Sie sind aber mit unserem TSV 1860 München nicht annähernd vergleichbar. Wir sitzen hier in München und sind der Gegenpol zum „Klassenprimus“. Wir haben eine Vergangenheit und ein Fanpotential, welches Begehrlichkeiten mit sich bringt und große Erwartungen hat. Leider hat uns auch dies in große Nöte gebracht. Ich sag mal, wenn wir in Zukunft mit ein wenig Demut an die Sache herangehen und uns Schritt für Schritt aus dem aktuellen Dilemma arbeiten, dann sollten wir das auch hinbekommen.

Aktuell haben die Löwen ein großes Problem Spieler unter Vertrag zu nehmen. Die Spielvereinigung Unterhaching, lässt beispielsweise Spieler die Stephan Hain über einen externen Sponsor finanzieren. Wäre das nicht ein Gedanke für die Zukunft?

Hier kenne ich die rechtliche Sicht nicht zu 100%. Wenn es ok ist, bzw. es da einen gangbaren Weg gibt dann könnten man das auf alle Fälle machen. Aber nur wenn die sportliche Leitung hier die Spielregeln vorgibt und der „private Sponsor“ kein Mitspracherecht hat. Aber auch hier müssen sicherlich die Gesellschafter zusammenarbeiten und ihr ok geben. Also sind wir wieder beim „miteinander“ …

Die zweite Mannschaft dürfte bei der Mitgliederversammlung auch ein ganz wichtiges Thema sein. Welche Optionen sehen Sie, U-21 ja oder nein?

JA!!!!! NLZ, Unterbau, Zukunft, …

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für den Wahlkampf!

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Dann schreib uns eine Mail an: Roman@1860-news.de
Weitere Informationen über den Ablauf findest du in diesem Beitrag.