Interview mit VR-Kandidat Oskar Dernitzky

Interview mit VR-Kandidat Oskar Dernitzky

Interview mit VR-Kandidat Oskar Dernitzky

Unser zweiter Interviewpartner ist Oskar Dernitzky. Er ist seit 2009 Löwenmitglied. Nähere Details findet ihr auf seinem Steckbrief, auf der Seite des tsv1860.org.

Servus, wir begrüßen Sie recht herzlich zur unseren kurzen Fragerunde vor der Mitgliederversammlung. Sie bewerben sich als Verwaltungsrat. Um dem Leser einen genaueren Einblick in Ihre Person zu geben würden wir Sie bitten sich in ein paar Sätzen vorzustellen.

Ich bin 55 Jahre und Unternehmer aus Neufahrn. Ich habe eine Spedition und insgesamt vier Backshops. Im TSV München von 1860 e.V. bin ich als Abteilungsleiter für den Behindertensport aktiv. Und natürlich ein großer Fan unserer Profifußballmannschaft. Den Verein unterstütze ich auch als Mitglied bei den Unternehmern für Sechzig.

Aus welchem Grund möchten Sie Verwaltungsratsmitglied werden?

Ich möchte mein Engagement beim TSV München von 1860 e.V. erweitern. Die Sportförderung insgesamt ist mir ein großes Anliegen. Kinder- und Jugendförderung, der Breitensport, Leistungssport und vor allem auch Behindertensport. Ich würde mich gerne abteilungsübergreifend für den TSV einsetzen und ich denke, dass ich das in einem Amt als Verwaltungsrat am Besten kann.

Warum sollten die Fans Ihnen Ihre Stimme geben?

Ich bin ein überzeugter Herzblutlöwe, der sich engagieren möchte. Nachdem ich im vergangenen Jahr mein politisches Amt als CSU-Vorsitzender in Neufahrn niedergelegt und ich mehr Zeit für Ehrenamt habe, würde diese Zeit gerne vermehrt in den TSV München von 1860 e.V. investieren. Ich bin kein Ja-Sager, sondern ein kritisches Mitglied, dass sich nicht scheut die Meinung zu sagen. Den aktuellen Kurs des e.V. würde ich gerne mittragen und hoffe natürlich, dass man das Vertrauen auch in mich setzt.

Das Verhältnis zwischen den Gesellschaftern ist derzeit angespannt. Wie wollen Sie dem als möglichem Verwaltungsratskandidaten entgegenwirken?

Das sehe ich nicht als primäre Aufgabe des Verwaltungsrates an, sondern als Aufgabe der aus dem e.V. entsendeten Mitglieder im Aufsichtsrat. Ich halte es für falsch immer wieder zu versuchen, wenn man irgendwo nicht weiterkommt, über andere Gremien Einfluss zu nehmen. Ich wünsche mir einen Verwaltungsrat, der sich primär um Aufgaben des e.V. kümmert und die KGaA arbeiten lässt. Als Kontroll- und Entscheidungsorgan ist der Aufsichtsrat von e.V. Seite gut besetzt.

Hasan Ismaik ist seit 2011 Investor beim TSV 1860 München. Aus seinen ambitionierten Zielen (Aufstieg in die Bundesliga) ist nichts geworden. Immerhin klappte der direkte Wiederaufstieg in den Profifußball. Anhand der letzten Jahre, welches Zwischenzeugnis würden dem 1860-Investor ausstellen?

Investor Hasan Ismaik hat die Behindertensportabteilung mit einer größeren Summe unterstützt. Dafür bin ich ihm dankbar. Im Hinblick auf den Profifußball scheint er allerdings zweifelsohne die falschen Berater gehabt zu haben. Es gab viele Versprechungen und Ankündigungen, auch in der vergangenen Saison, die nicht erfüllt wurden. Vieles wirkt populistisch und reißerisch. Auch in dem Punkt, glaube ich, dass er da wieder die falschen Berater hat. Sich eine Ablösung des Darlehens von unserem Hauptsponsor „Die Bayerische“ zu wünschen, erzeugt bei mir Kopfschütteln. Egal jedoch wer ihn berät, am Ende ist er verantwortlich für dass was in seinem Namen geschrieben wird.

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Kommen wir nun zur e.V.-Seite. Nach dem Abstieg blieben beide Vizepräsidenten Hans Sitzberger und Heinz Schmidt. Neuer Präsident wurde Robert Reisinger der seit einem Jahr im Amt ist. Wie beurteilen Sie die Arbeit des Trios?

Ich denke, dass alle drei nach bestem Wissen und Gewissen die Interessen der Mitglieder im e.V. vertreten haben. Ich persönlich bin mit der aktuellen Entwicklung zufrieden. Das sage ich als Mitglied, als Fan und auch als Abteilungsleiter im Verein. Ich bin nicht in allen Punkten mit dem Präsidium einer Meinung, bringe das aber dann auch zum Ausdruck. Der eingeschlagene Weg ist jedoch der Richtige. Er führt zu einer schrittweisen Gesundung. Ich habe hohen Respekt vor dieser Arbeit, denn alle drei Präsidiumsmitglieder mussten sich viel Kritik anhören. Zum Glück sind sie standhaft geblieben und haben sich nicht beirren lassen.

Die Stadionproblematik bleibt den Löwen seit dem Arena-Auszug treu. Das Grünwalder Stadion ist derzeit lediglich für 15.000 Zuschauer zugelassen. Der Verein hat alleine über 20.000 Vereinsmitglieder. Viele Fans werden weiterhin nicht in den Genuss kommen, sich die Löwenspiele live anzusehen. Wie ließe sich das Problem in den nächsten Jahren beheben. Welche Möglichkeiten sehen Sie für die Zukunft?

Das Sechzger Stadion an der Grünwalder Straße ist unsere eigentliche Heimat. Ich schließe eine diskussionswürdige Lösung für einen kompletten Neubau in München oder im nahegelegenen Umland nicht aus, würde mir jedoch einen schrittweisen Umbau unseres städtischen Stadions wünschen. Das muss vom Verein und von der Stadt gemeinsam angepackt werden. Und ich glaube, dass das möglich ist. Denken wir mal zurück an vergangenes Jahr. Da hat niemand geglaubt, dass es jemals mehr als 12.500 Plätze werden. Jetzt sind wir bei 15.000. Ich denke, dass wir für die 2. Bundesliga eine Sondergenehmigung bekommen können, wenn es irgendwann tatsächlich soweit wäre. Mittelfristig kann man mit einer Überdachung das Stadion auch komplett zweitligatauglich machen. Mir schweben da Zuschauerzahlen zwischen 20.000 und 25.000 vor. Das ist schrittweise umsetzbar, auch wenn man viel machen muss. Vor allem auch im Hinblick auf VIP-Loungen, die Gastronomie und die Behindertengerechtigkeit. Klar ist: es benötigt ein innovatives Konzept, dass die Ansprüche von modernem Profifußball gerecht wird und den Charme der Tradition wahrt. Wenn das gelingt, wird man uns wegen diesem Stadion deutschlandweit beneiden.

Dem TSV 1860 fehlt es leider immer wieder an Geld, gerade dann, wenn man im Profifußball Fuß fassen möchte. Nichtsdestotrotz gibt es Mannschaften, wie Aue, Sandhausen, Heidenheim, Kiel, Regensburg, die ohne großen Investor oder Fanaufkommen in der zweiten Liga spielen. Was machen diese Vereine im Vergleich zu den Löwen richtig?

Dem TSV fehlt es immer wieder an Geld? Erinnern wir uns zurück an die 2. Bundesliga. Da wurde viel Geld förmlich verbrannt. Mit den genannten Mannschaften einen Vergleich zu ziehen, halte ich für nicht sinnvoll. Das sind teilweise ganz andere Voraussetzungen, die da eine Rolle spielen. Wir sind auf einem guten Weg, müssen uns jetzt im Profifußball festsetzen und weiter die Gesundung der KGaA vorantreiben. Ich persönlich bin der Meinung, dass der TSV 1860 München ein weitaus höheres Potential hat als alle die genannten Vereine. Auch mit weniger Geld. Vor allem nämlich auch wegen der Fans.

Aktuell haben die Löwen ein großes Problem Spieler unter Vertrag zu nehmen. Die Spielvereinigung Unterhaching, lässt beispielsweise Spieler die Stephan Hain über einen externen Sponsor finanzieren. Wäre das nicht ein Gedanke für die Zukunft?

Ich setze mein Vertrauen voll und ganz in diese zukünftige Mannschaft und denke, dass wir keine untergeordnete Rolle in der 3. Liga spielen werden. Natürlich wäre es immer schön, wenn man mehr Budget hat und sich den einen oder anderen Wunschspieler noch dazu holen könnte. Aber das ist kein FIFA-Computerspiel. Das ist richtiger Fußball. Zu dem Vorschlag: Wenn es machbar ist, dann kann man darüber diskutieren. Das sollte aber dann in klarer Absprache mit dem Sportchef und dem Trainer geschehen. Sie machen die Mannschaftsplanung und bilden am Ende den Kader. Von einem Sponsor abhängig machen, sollte man sich jedoch nicht. Der Trainer muss auf den Platz denjenigen Spieler schicken können, den er aus sportlicher Sicht auf dem Platz haben möchte. Der jeweilige Sponsor hat ja durchaus auch eine Erwartungshaltung, was die Präsentation seines Spielers anbelangt. Mir ist ein vernünftiges Budget, mit der Trainer planen kann, lieber.

Die zweite Mannschaft dürfte bei der Mitgliederversammlung auch ein ganz wichtiges Thema sein. Welche Optionen sehen Sie, U-21 ja oder nein?

Sportlich wäre der Erhalt einer U21 richtig und gut. Die KGaA muss jedoch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewerten und abwägen. Das ist nicht einfach und muss eben finanzierbar sein. Reisingers Lösungsvorschlag, die U21 in den e.V. einzugliedern, halte ich für eine machbare Alternative. U21 ja, aber nicht, wenn es finanziell übers Knie gebrochen werden muss.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für den Wahlkampf!

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