Interview mit VR-Kandidat Matthias Pantke

Interview mit VR-Kandidat Matthias Pantke

Interview mit VR-Kandidat Matthias Pantke

Unser dritter Interviewpartner ist Matthias Pantke. Er ist seit 2003 Löwenmitglied, wurde von Franz Hell vorgeschlagen und gehört zum Team Profifußball. Nähere Details findet ihr unter seinem Steckbrief, auf der Seite des tsv1860.org.

Servus, wir begrüßen Sie recht herzlich zur unseren kurzen Fragerunde vor der Mitgliederversammlung. Sie bewerben sich als Verwaltungsrat. Um dem Leser einen genaueren Einblick in Ihre Person zu geben würden wir Sie bitten sich in ein paar Sätzen vorzustellen.

Mein Name ist Matthias Pantke, 45 Jahre alt, liiert, 1 Sohn (11 Jahre), geboren in Pasing und als Teil einer fußballbegeisterten Familie in Germering aufgewachsen. Den Löwen bin ich seit fast 40 Jahren als treuer Fan verbunden, mein erstes Spiel der Erinnerung nach war 1980 zu Völler, Hartwig und Senzen-Zeiten im gut gefüllten Oly gegen den HSV. In den 40 Jahren dufte ich alle Höhen und Tiefen in Bundesliga, 2. Bundesliga, Bayern- und Regionalliga meistens hautnah miterleben: Sei es der Abstieg aus der Bundesliga 1981 über den Wiederaufstieg gegen Meppen 1994 auf dem Rasen des Grünwalder Stadions bis hin zum „schwarzen Freitag“ im vergangenen Jahr. Kein Allesfahrer, aber doch in sehr vielen Spielen die jeweilige Saison über in den Stadien des Landes die Jahre über unterwegs – früher selbst als Fan in der Kurve, heute meistens gemeinsam mit meinem Sohn auf der Haupttribüne. Beruflich komme ich ursprünglich aus der Sport-Vermarktung, nach dem Publizistik und Medien-Studium in Salzburg und Berlin (MBA) arbeitete ich sieben Jahre lang in der Kirch-Gruppe und habe dort u.a. die Website Sport.de (heute heißt der Sender ja auch so) mit aufgebaut. Dabei habe ich auch das Sportrechtegeschäft für neuen Medien verantwortet, danach war ich vier Jahre in leitenden Positionen bei Pro7Sat1 für die Vermarktung der NewMedia-Plattformen (Web, Telexet, Mobile) verantwortlich. Nach einem dreijährigen Intermezzo bei einer schwedischen Onlinemarketing Company verantwortlich für die DACH-Region und anschließndem Börsengang (Gründer war der heutige Spotify-Chef), investiere und manage ich seit 2007 in verschiedene Onlinemarketing Startups (u.a. billiger.de, AdScale erster digitaler Werbemarktplatz in D, Permodo größte mobile Marketing Firma in Deutschland), mit dem Ziel, diese zu verkaufen. Von 2013 bis 2015 war ich darüber hinaus bei der Ströer AG (größter Aussenwerber in Deutschland und auch Vermarkter des GWS für die Stadt München verantwortlich. Eine ganze Reihe meiner ehemaligen Beteiligungen gehören heute den großen deutsche Werbe- und Medienunternehmen. Seit 2016  bin ich darüber hinaus in verschiedenen Aufsichtsrats-Funktionen tätig, wie z.B der Tarifhaus AG oder Zalando Media (Werbeplattform von Zalando).

Aus welchem Grund möchten Sie Verwaltungsratmitglied werden?

In den vergangen 10, 15 Jahren habe ich mich immer wieder mal mit dem Gedanken beschäftigt, bei 60 Verantwortung zu übernehmen. Ich habe das dann vor allem aus beruflichen und familiären Gründen nicht gemacht, mir fehlte schlichtweg die Zeit. Zudem wurde ich schon damals immer gewarnt, ob ich mir das “Tollhaus 1860” wirklich antun wolle. Das hat sich nach dem Abstiegsspiel und den Vorkommnissen im Stadion mit einem tief traurigem Kind im Arm sowie nach der Mitgliederversammlung im Zenith im vergangenen Jahr geändert. Speziell diese beiden Ereignisse, die ich beide für einen Club wie 1860 für mehr als unwürdig erachte, haben mich bestärkt und motiviert, bei 1860 Verantwortung zu übernehmen. Die Warnungen davor in und um den Verein sind die gleichen heute wie damals, wahrscheinlich sogar noch schlimmer, aber gerade das spornt mich an. Als dann der Anruf kam, ob ich mich im Rahmen eines Teams von neun sehr guten Leuten, in erster Linie Unternehmern mit unterschiedlichen Kompetenzen aus der freien Wirtschaft bewerben möchte, war meine Entscheidung sehr schnell klar. Die Glücksgefühle nach dem Spiel gegen Saarbrücken, wieder auf dem Rasen des Grünwalders wie damals gegen Meppen, haben mich dann natürlich zusätzlich motiviert.

Mein zentrales Anliegen ist die seit fast 20 Jahren Überwindung der Spaltung des Vereins. Manche werden sagen, ein naives Ziel, aber ich glaube schon, dass das in einem Verein mit mehr als 20.000 Mitgliedern, in dem es immer mehrere Strömungen und Meinungen geben wird, möglich sein muss, einen Minimalkonsens zu finden, der die Zukunft zum Wohle des Vereins sicherstellt. Darüber hinaus muss der Verein es endlich schaffen, auch UNABHÄNGIG von einem Investor & Gesellschafter, eine gesunde wirtschaftliche Basis zu schaffen, ohne aber die Identität und Seele des Vereins zu verkaufen. Letzter Punkt ist die Außendarstellung – die sich in Teilen in diesem Jahr bereits verbessert hat, aber sicher weit davon entfernt ist, stimmig und professionell zu sein. Das gilt natürlich in erster Linie für die Fußballabteilung, vor allem die wirtschaftliche Expertise möchte ich natürlich auch in die anderen Abteilungen einbringen.

Warum sollten die Fans Ihnen Ihre Stimme geben?

Meine wirtschaftliche und soziale Kompetenz, vor allem durch meine beschriebene berufliche Historie, aber auch meine Authenzität und familiäre „Expertise” (Bruder Jugendleiter bei in der Jugendarbeit sehr erfolgreichen SV Planegg, Vater seit Jahren im Präsidium beim SC Unterpfaffenhofen), sollten mich sehr gut dafür qualifizieren, Aufgaben bei 1860 zu übernehmen. Darüber hinaus übe ich diese kontrollierende, beratende Funktion bereits erfolgreich in verschiedenen Unternehmen der freien Wirtschaft aus – siehe oben.

Das Verhältnis zwischen den Gesellschaftern ist derzeit angespannt. Wie wollen Sie dem als möglicher Verwaltungsratkandidat entgegenwirken?

Das Verhältnis zu Mehrheitseigner kann in meinen Augen nur dadurch verbessert werden, dass es der Club / Verein endlich schafft, auf eigenen, wirtschaftlichen Füßen zu stehen, aus der Bittsteller-Rolle gegenüber den Partner und Investoren herauszukommen – und natürlich durch sportlichen Erfolg. Der wirtschaftliche Aspekt kommt mir dabei derzeit viel zu kurz. Wer sagt denn, dass es dem Verein nicht erlaubt ist, weitere Einnahmen jenseits der Infront-Garantie zu generieren? Ich habe vor jedem Respekt, der bei 1860 ein Ehrenamt übernimmt und sich einbringt, aber auch schon früher wurde viel zu wenig darauf geachtet, Einnahmen jenseits der Garantieverträge zu generieren. Wenn ich dann lesen muss, dass das nicht die Aufgabe von Funktionären bei 1860 ist, Geld zu generieren – was denn bitte dann? In jedem Dorfclub ist das die Aufgabe der Funktionäre, über neue Einnahmequellen nachzudenken. Und ich glaube, dass das ein wesentlicher Punkt ist, der Investoren und Partner, sei es Ismaik oder wer auch immer, in der Vergangenheit und heute, abschreckt. Ein erster Schritt zur Akquise neuer regionaler Partner wurde mit Infront dazu zwar entwickelt, nur ist das auch nicht die Kernkompetenz unseres Vermarkters – die sind in erster Linie für überregionale Sponsoren verantwortlich. Das ist z.B. ein Punkt, in dem ich viel Potenzial sehen – vor allem wenn man sieht, welche Resonanz der Club nach wie vor auch über München hinaus hervorruft, das Marktpotenzial ist viel größer als es derzeit genutzt wird.

Hasan Ismaik ist seit 2011 Investor beim TSV 1860 München. Aus seinen ambitionierten Zielen (Aufstieg in die Bundesliga) ist nichts geworden. Immerhin klappte der direkte Wiederaufstieg in den Profifußball. Anhand der letzten Jahre, welches Zwischenzeugnis würden dem 1860-Investor ausstellen?

Zunächst einmal muss man feststellen, das Ismaik dem Club mit seinem Einstieg in letzter Sekunde geholfen hat – der Club ist auf ihn zugegangen und nicht umgekehrt, das vergessen heute viele. Und niemand weiß, was passiert wäre, wenn damals die Insolenz gekommen wäre. Ich bin fest davon überzeugt, dass HI die Anteile mit gutem Willen übernommen hat. Danach wurden denke ich auf beiden Seiten viele Fehler gemacht und vor allem viel Geld verbrannt. Ismaik hat daran großen Anteil, keine Frage, aber auch auf Seiten des Vereins wurden katastrophale Fehlentscheidungen getroffen. Ich glaube aber auch, daß Hasan Ismaik sich missverstanden fühlt und aus seinen Fehlern gelernt hat. Was mich allerdings nach wie vor stört, ist die Kommunikation und Aussendarsteellung, sowie die Hire and Fire Mentalität, wie z.B. die verlorenen arbeitsgerichtlichen Prozesse gegen ehemalige Spieler und Trainer. Nicht besonders klug und anziehend für gute, professionelle neue Spieler und Trainer. Leider ist die nach wie vor nicht professionell und wird auf dem Rücken des Clubs ausgetragen. Insofern ist in allen Bereichen viel Luft nach oben. Man muss aber auch sagen, dass HI Mehrheitsgesellschafter ist – und in dieser Rolle kann er entscheiden und kommunizieren wie er will – das sollten wir akzeptieren. Immerhin: Ein erster Schritt in die richtige Richtung wurde ja mit der Installation von Simoniaris und Cassalette sowie Yaya Ismaik gemacht.

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  1. Ich weiß nicht. Der ist mir zu aalglatt. Erinnert mich stark an Otto Steiner. Außerdem will er ganz klar im Profifußball mitschnabeln. Wäre für mich eher ein Kandidat als neuer Aufsichtsrat für die Investorenseite in der KGaA, wenn Ismaik wieder mal die Pferde tauscht.




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  2. Zumindest sind die Antworten sehr ausführlich,, leider kommt für mich inhaltlich nicht soviel dabei heraus.. Inzwischen bin ich ja schon froh wenn mir bei einem “Team Profifußball” Kandidaten nicht die Hutschnur hochgeht.




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