Die Stimmen zum Meppen Spiel – Sascha in Jungbrunnen gefallen

Für den einen, Daniel Bierofka, war die Szene in der 31. Minute ein klarer Foulelfmeter. Für den anderen, Christian Neidhart, gab es keinen Kontakt. Ansonsten waren sich die beiden Trainer in der Analyse weitgehend einig.

Für Löwen-Trainer Daniel Bierofka war es ein hart erkämpfter Sieg. „Man hat gesehen, warum Meppen in der Rückrundentabelle Dritter ist. Es ist wirklich eine gute Mannschaft, die du erst mal verteidigen und bespielen musst. Fußballerisch sind sie gut und sehr variabel. Das war für uns heute eine Riesenaufgabe.“ Seine Mannschaft sei in den ersten 20 Minuten gut im Spiel gewesen. „Wir hatten gleich den Pfostenschuss von Sascha Mölders. Und noch andere Möglichkeiten. Meppen ist dann besser ins Spiel gekommen, hat mehr sein Spiel durchgedrückt.“ Unterm Strich attestierte der 40-Jährige seiner Mannschaft vor der Pause „ein gutes bis ordentliches Spiel“. Dagegen war Bierofka mit dem zweiten Durchgang nicht ganz zufrieden. „Da müssen wir unsere Umschalträume besser nutzen. Teilweise waren wir zu passiv – auch gegen den Ball. Wir hätten da aktiver sein müssen, haben zu viele Flanken zugelassen.“ Die Art, wie seine Mannschaft verteidigt hat, bezeichnete der Löwen-Coach aber als „sehr gut“, verwies auf drei Zu-Null-Spiele in den letzten vier Partien. „Das ist einfach die Basis, um in der 3. Liga Punkte zu holen. Da sind wir schon extrem viel weiter, als wir in der Hinrunde waren, wo wir hinten raus die späten Tore kassiert haben.“ Bierofka bemängelte, dass sein Team die Umschaltmöglichkeiten in der Drangphase der Meppener nicht nutzen konnte. „Da hätten wir noch ein Tor machen können.“ Unterm Strich sei es ein „extrem schweres Spiel“ gewesen. „Wir sind einfach froh, dass wir die drei Punkte geholt haben.“ Für Sascha Mölders, der unter der Woche seinen 34. Geburtstag feierte, hatte der Trainer ein Extralob parat: „Sascha ist, glaube ich, in einen Jungbrunnen gefallen. Er rennt und rennt und rennt, ist sich für nichts zu schade.“

SPIELBERICHT Löwen besiegen Meppen 1:0 – Steinhart trifft vom Punkt.

Die Pressekonferenz nach dem Spiel hatte sich verzögert, weil Meppens Coach Christian Neidhart noch mit dem Schiedsrichter „geplaudert“ hatte. Gesprächsthema war die Szene in der 31. Minute, als Löwe Stefan Lex im Strafraum zu Fall kam. „Das war die entscheidende Situation, ein gerader langer Ball, den wir unterlaufen. Auch der Torwart kommt zu spät, aber meiner Meinung nach war kein Kontakt da“, so der Meppener Cheftrainer. „Aber wir können es nicht ändern!“ Sechzig attestierte Neidhart eine gute Anfangsphase. „Die ersten 20 Minuten war der Gegner sehr druckvoll. Danach haben wir das Spiel ausgeglichen gestaltet. In der 2. Halbzeit hatten wir mehr Ballbesitz, aber kamen zu selten ins letzte Drittel rein, weil sich Sechzig weit zurückgezogen hatte.“ Unterm Strich, so fand Neidhart, wäre ein Unentschieden „nicht unverdient gewesen“.

Stefan Lex, der den Siegtreffer indirekt vorbereitet hatte, sprach von einem „dreckigen Sieg. Die 1. Halbzeit war gut, in der 2. Halbzeit haben wir es spannend gemacht. Wir hatten nicht mehr den Zugriff wie vor der Pause.“ Zweimal hätte man Glück bei Chancen der Emsländer gehabt. „Aber auch wir haben es versäumt, den Decke draufzumachen!“ Besonders in der Nachspielzeit, als Markus Ziereis aus kurzer Distanz zu Abschluss kam. Der Trainer habe den Kollegen in der Kabine getröstet, so Lex, ihm gesagt: „Das war nicht wichtig. Mache lieber das nächst Mal das entscheidende Tor!“ Für den gebürtigen Erdinger war die Szene in der 31. Minute ein klarer Elfmeter. „Ich bekomme einen Kontakt, laufe mir anschließend selbst in die Hacke.“ Dass es in der Rückrunde wesentlich besser läuft als in der Hinserie, führt der 29-Jährige darauf zurück, dass das Team kompakter stehe und in der mannschaftlichen Geschlossenheit ein Stück weiter ist. „Dazu haben wir im Gegensatz zur Vorrunde das nötige Spielglück.“ Ein weiterer Pluspunkt ist die starke Innenverteidigung Weber/Lorenz. „Felix und Simon sind sehr stabil, haben sich in der Souveränität gesteigert. Das gibt der ganzen Mannschaft Stabilität.“ Auch für Lex ist der Klassenerhalt das erste Ziel. „Den haben wir, wenn wir so weitermachen, bald geschafft. Dann können wir den 4. Platz angreifen. Die direkte Qualifikation für den DFB-Pokal wäre nicht schlecht.“

Die Quote, Vier aus Vier, passt: Phillipp Steinhart verwandelte den vierten Elfmeter in dieser Saison und sicherte damit den Dreier. Sein Geheimnis vom Punkt: „Ich versuche, den Torwart auszuschauen und visiere mit voller Überzeugung die Ecke an.“ Eric Domaschke hatte diese zwar geahnt, aber gegen den platzierten Schuss war er trotzdem machtlos. Auch der Verteidiger war mit der Spielweise nach der Führung nicht zufrieden. „Wir wollten mehr auf Ballbesitz spielen und Nadelstiche setzen. Das ist uns aber nicht gelungen. Die Möglichkeiten zum 2:0 waren trotzdem da. Deshalb war es unnötig, dass wir bis zum Ende zittern mussten.“ Auch er sah den Schlüssel zum Erfolg in der Defensive. „Jeder hat seine Aufgabe zu 100 Prozent erfüllt“, begründete der 26-Jährige das erneute Zu-Null-Spiel. „Bei uns hat eine Entwicklung stattgefunden. Der Trend ist, bis auf das Würzburg-Spiel, positiv.“

Für Außenbahnspieler Benjamin Kindsvater tat es nach ehrwöchiger Verletzungspause gut, „wieder von Anfang an zu spielen. Wir haben gefightet, uns für die harte Arbeit der letzten Wochen belohnt.“ Auch er monierte, nicht schon früher für klare Verhältnisse gesorgt zu haben. „Wir hatten genug Chancen, um den Deckel drauf zu machen. Vor ein paar Wochen hätten wir in der Schlussphase noch das 1:1 bekommen“, sieht auch Kindsvater eine Entwicklung. Wieso er selbst in der 38. Minute freistehend vor dem Meppener Keeper zurückgepfiffen wurde, konnte er nicht nachvollziehen. „Das habe ich nicht kapiert, warum er Abseits pfeift. Meiner Meinung nach war es keins.“ Trotzdem sieht der gebürtige Trostberger bei sich selbst noch Luft nach oben. „Ich muss vorne etwas konsequenter werden!“

Text: tsv1860.de

Schreibe einen Kommentar