Bierofka vor Zwickau: Wir dürfen nicht in einen Jammermodus fallen

Für die Löwen geht’s am drittletzten Spieltag zum FSV Zwickau. Anpfiff am Samstag, 4. Mai 2019, im Stadion Zwickau ist um 14 Uhr. Magenta Sport überträgt die Partie live.

Sechzig auswärts in Sachsen.

So ganz weiß 1860-Chefcoach Daniel Bierofka noch nicht, welche Elf in Sachsen auflaufen wird. Zwar haben es Benjamin Kindsvater, Sascha Mölders, Daniel Wein und Simon Lorenz am Freitagmorgen im Training probiert, aber lediglich Kindsvater gab spontan sein Okay. Mit den anderen Drei wird der Trainer noch sprechen, bzw. am Samstagmorgen in Zwickau nochmals testen, ob es geht. „Aber allein, dass sie es probieren, zeigt die Einstellung der Jungs.“ Dagegen wird Nico Karger definitiv ausfallen. „Es bringt nichts, wenn er zu früh beginnt. Ich will ihn unbedingt in den letzten beiden Spielen dabei haben.“

Nach dem Pokal-Aus der Löwen in Aschaffenburg nahm sich Bierofka seine Spieler nochmals zur Brust. „Ich denke, dass sie es verstanden haben“, so sein Resümee aus den Gesprächen. Zwar habe man im Toto-Pokal einige Spieler ersetzen müssen, das sei aber keine Entschuldigung für die Leistung in den ersten 20 Minuten. „Erst nach dem 0:2 kam eine Reaktion. Am Mittwoch waren die Jungs geknickt, Donnerstag und Freitag habe ich dann versucht, sie aufzubauen.“

Bierofka appellierte in diesem Zusammenhang nochmals nachdrücklich an die Fans. „Wir brauchen die Unterstützung. Negative Emotionen bringen in unserer Situation nichts. Schließlich sind das die Jungs, die letztes Jahr den Karren aus dem Dreck gezogen haben. Wenn wir 4:0 oder 5:0 führen, bringt die Unterstützung nichts. Wir brauchen sie jetzt, wo es nicht läuft.“

Der 40-Jährige verweist auf die gute Ausgangsposition, die sein Team nach wie vor besitzt. „Wir haben alles selbst in der Hand. Sollten wir den Klassenerhalt nicht schaffen, dann haben wir es auch nicht verdient.“ Für Bierofka ist es wichtig, dass seine Jungs die Grundtugenden wieder auf den Platz bringen. „Was wir nicht dürfen, ist in einen Jammermodus verfallen.“

Stefan Lex fällt länger aus." href="http://www.tsv1860.de/de/Aktuelles_News/4353.htm">Stefan Lex fällt länger aus.

Damit spielt er auf die vielen Entscheidungen an, die in den letzten Wochen gegen sein Team gefällt wurden. „Babak Rafati analysiert im Internet an jedem Spieltag die strittigen Szenen. Zuletzt kam er zu dem Schluss, dass die Gelb-Rote Karte gegen Herbert Paul ‚sehr grenzwertig‘ war.“ Auf liga3-online.de sind die Expertisen des ehemaligen Spitzenschiedsrichters nachzulesen, fast immer resümiert er klare Benachteiligungen der Sechzger.

In Zwickau geht es für die Löwen darum, an die 2. Halbzeit gegen Karlsruhe anzuknüpfen. Leicht wird es nicht, zumal Bierofka die Gastgeber als „sehr aggressive und ekelige Mannschaft“ bezeichnet. „Sie wissen genau, was sie tun müssen, um zu punkten. Wir müssen dagegenhalten, die zweiten Bälle und die Zweikämpfe gewinnen sowie die Stürmer König und Lauberbach in Schach halten.“

Die Fahrt nach Sachsen machen auf alle Fälle Prince Owusu und Romuald Lacazette mit. Den Stürmer Owusu, der gegen den KSC nicht seinen besten Tag hatte, nahm Bierofka ausdrücklich in Schutz. „Er hatte familiäre Probleme. So etwas geht an einem 22-Jährigen nicht spurlos vorbei.“ Auch für Lacazette brach er eine Lanze, zeigte sich mit dem Auftritt des Franzosen nach seiner Einwechslung im Toto-Pokal zufrieden. „Laca ist noch nicht der Alte, aber er ist zuletzt aus seinem Loch herausgekommen. Gegen Aschaffenburg hat er gezeigt, dass er uns helfen kann.“

In der momentanen Situation seien besonders routinierte Spieler wie Jan Mauersberger und Mölders gefragt. „Mauer braucht Spielpraxis nach seiner Verletzung“, begründete er dessen Bevorzugung im Toto-Pokal gegenüber dem jungen Semi Belkahia. „An ihm lag es sicher nicht, dass wir verloren haben. Er muss in der jetzigen Phase aufgrund seiner Erfahrung Verantwortung übernehmen.“ Das Gleiche gelte für Mölders, dessen Knochenödem am Knie sich durch die Belastung wieder bemerkbar machte. Der 34-Jährige will unbedingt spielen, nimmt sogar Schmerzmittel.

Marius Willsch, der in Aschaffenburg sein Comeback feierte, ist auf alle Fälle dabei und eventuell sogar ein Kandidat für die Startelf. Insgesamt nimmt Bierofka 20 Spieler mit nach Zwickau. Einer davon fährt aber nur zur Unterstützung mit: Hendrik Bonmann. „Er ist ein positiver Charakter, tut der Mannschaft gut“, sagt der Trainer über den Keeper, der mittlerweile „schmerzfrei“ trainieren kann. „Es war Hennes Idee. Es zeigt, dass die Mannschaft geschlossen auftritt.“

Die Zielsetzung für Zwickau ist klar: „Am besten, wir gewinnen das Spiel, dann brauchen wir nicht mehr über den Klassenerhalt zu sprechen.“ Ansonsten geht das Zittern weiter. „Aber die anderen müssen auch erst mal ihre Spiele gewinnen.“ Trotzdem will sich Bierofka darauf nicht verlassen: „Wenn wir auf die anderen schauen, dann haben wir schon verloren!“

MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN

FSV: 1 Brinkies (Tor) – 35 Antonitsch, 14 Wachsmuth, 6 Gaul, 20 Lange – 17 Schröter, 30 Reinhardt, 19 Frick, 28 Miatke – 15 König, 18 Lauberbach.
Ersatz: 26 Sprang (Tor) – 5 Sorge, 8 Hoffmann, 11 Rodas, 13 Könnecke, 16 Barylla, 22 Kartalis, 23 McKinze Gaines II, 32 Bonga, 36 Beyer.
Nicht dabei: 7 Mäder (Reha nach Hirnhautentzündung), 10 Bickel (muskuläre Probleme), 24 Hodek (Reha nach Kreuzbandriss), 29 Kamenz (Aufbautraining nach Meniskus-OP).

1860: 1 Hiller (Tor) – 2 Weeger, 4 Weber, 6 Mauersberger, 36 Steinhart – 17 Wein, 38 Lacazette – 25 Willsch, 20 Bekiroglu 16 Kindsvater – 9 Mölders.
Ersatz: 30 Hipper (Tor) – 11 Köppel, 13 Owusu, 14 Dressel, 19 Abruscia, 24 Ziereis, 27 Belkahia, 31 Koussou, 32 Lorenz, 34 Böhnlein, 44 Klassen.
Nicht dabei: 5 Moll (Kreuzbandriss), 7 Lex (Sprunggelenksverletzung), 18 Karger (muskuläre Probleme), 22 Berzel (Adduktorenprobleme), 28 Paul (Gelb-Rot-Sperre), 35 Niemann (Trainingsrückstand), 39 Bonmann (Fußverletzung).

Schiedsrichter: Dr. Riem Hussein (Bad Harzburg); Assistenten: Markus Büsing (Osnabrück), Axel Martin (Nordholz).

Text: tsv1860.de

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