Löwen erkämpfen sich einen 3:2 Sieg über Köln und halten die Klasse

Eigentlich hätten die Löwen in Anbetracht der Chancen haushoch gewinnen müssen. Am Ende gab es im letzten Saisonheimspiel gegen Fortuna Köln ein knappes 3:2. Benjamin Kindsvater hatte die Sechzger im Führung gebracht (18.). Ein Doppelschlag durch Thomas Bröker (24.) und ein verwandelter Foulelfmeter von Moritz Fritz (27., Foulelfmeter) drehte die Partie. Kurz vor Pausenpfiff glich Saschs Mölders aus (45.+2). Der eingewechselte Prince Owusu traf in der 85. Minute zum Klassenerhalt.

Personal: Löwen-Cheftrainer Daniel Bierofka musste im letzten Heimspiel verletzungsbedingt auf Quirin Moll (Kreuzbandriss), Stefan Lex (Sprunggelenksverletzung), Nico Karger (muskuläre Probleme), Aaron Berzel (Trainingsrückstand) und Hendrik Bonmann (Fußverletzung) verzichten. Außerdem fehlte Felix Weber (Gelb-Rot-Sperre). Nicht im 18er-Kader standen diesmal Eric Weeger, Dennis Dressel, Alessandro Abruscia, Noel Niemann und Leon Klassen. Im Vergleich zum Auswärtsspiel in Zwickau gab es in der Startelf gleich drei Veränderungen: Für Weber, Jan Mauersberger und Eric Weeger spielten Semi Belkahia, Nono Koussou und Herbert Paul von Beginn an.

Spielverlauf: Die Löwen begannen furios. Erst blockte Sascha Mölders am Strafraum einen Abschlag von Fortunen-Keeper Nikolai Rehnen, die Kugel landete knapp neben dem Tor (1.). Nach schnellem Umschaltspiel passte Efkan Bekiroglu von rechts in die Mitte auf den mitgelaufenen Mölders, doch ein Verteidiger der Gäste grätschte dazwischen (2.). Im Anschluss an eine Ecke von Phillipp Steinhart von links kam Romuald Lacazette halbrechts aus elf Metern zum Abschluss, Moritz Fritz warf sich in den Schuss, blockte ihn zur Ecke (7.). In der 9. Minute landete ein Diagonalball von Simon Lorenz bei Mölders. Der 34-Jährige nahm ihn aus dem Lauf volley, hämmerte ihn von der Strafraumgrenze an die Unterkante der Latte, von wo er nach vorne wegsprang (9.). Die Führung wäre längst verdient gewesen. Ein Distanzschuss aus 19 Metern von Steinhart lenkte Rehnen in der 17. Minute mit einer Hand über die Querlatte. Die anschließende Ecke köpfte Lorenz am langen Pfosten vorbei (17.). Eine Minute später startete Benjamin Kindsvater nach einem Konter zum Solo, er zog von rechts in die Mitte. Da er nicht angegriffen wurde, schoss er aus 20 Metern und traf zum 1:0 ins linke untere Eck (18.). Wie aus dem Nichts der Ausgleich für die Gäste mit der ersten Chance. Thomas Bröker fiel an der Strafraumgrenze der Ball vor die Füße, er zog ab und traf zum 1:1 ins linke untere Eck (24.). Es war der erste Saisontreffer des Kölners! Kurz danach Elfmeter für die Fortuna. Semi Belkahia brachte Moritz Hartmann, der ihm vorher die Kugel abgeluchst hatte, auf der linken Strafraumseite zu Fall, Schiedsrichter Oliver Lossius zeigte sofort auf den Punkt (25.). Fritz lief an, verlud Marco Hiller und verwandelte sicher zum 2:1 (27.). Damit war die Partie endgültig auf den Kopf gestellt. Nach einer Linksecke von Steinhart kam Herbert Paul zum Kopfball, setzte die Kugel rechts neben das Tor (30.). Aber noch hatten sich die Löwen von dem Schock nicht erholt: Drückend überlegen, jede Menge Chancen und plötzlich in Rückstand! Nur langsam fanden sie zurück in die Partie. In der Nachspielzeit der 1. Halbzeit zielte zunächst Michael Eberwein vom linken Strafraumeck knapp am langen Pfosten des 1860-Tores vorbei. Im Gegenzug der hochverdiente Ausgleich. Eine Linksflanke von Steinhart prallte vom Kölner Verteidiger Bone Uaferro genau vor die Füße von Mölders ab, der fackelte nicht lange, zog aus acht Metern ab und traf unter Rehnen hindurch zum 2:2 (45.+2). Direkt danach war Pause.

Direkt nach Wiederfanpfiff sah Bernhard Kyere Mensah, der bereits Gelb hatte, die Gelb-Rote Karte (46.). Dadurch waren die Sechzger fast die komplette 2. Halbzeit in Überzahl. Fünf Minuten später senste Fritz den durchgedribbelten Kindsvater einen Meter vor dem Strafraum um, sah dafür Gelb (51.). Den Freistoß passte Efkan Bekiroglu überraschend nach rechts raus auf Mauersberger, der vollkommen freistehend aus neun Metern aber den linken statt den rechten Fuß nahm, dadurch die Kugel nicht richtig erwischte – Riesenchance vertan (52.)! Ein 19-Meter-Freistoß von Bekiroglu halblinks aufs kurze Eck faustete Rehnen in der 67. Minute zur Seite weg. Zwei Minuten später legte der eingewechselte Marius Willsch eine Kindsvater-Flanke per Kopf auf Mölders ab, dessen Schussversuch am Fünfmeterraum wurde jedoch geblockt (69.). Im nächsten Angriff war es Kindsvater, der halblinks aus neun Metern mit der Picke zum Abschluss kam, Rehnen wehrte den Schuss mit seinem Körper ab (71.). Mölders setzte in der 75. Minute einem verlorenen Ball im Strafraum nach, kam aus zehn Metern zum Schuss, doch Rehnen war erneut zur Stelle. Die Erlösung brachte der kurz zuvor eingewechselte Prince Owusu. Nach einem Steinhart-Freistoß aus dem linken Halbfeld stand der 22-Jährige am langen Pfosten goldrichtig, köpfte zum 3:2 ein (85.). Das war’s! Mit diesem Ergebnis schafften die Löwen endgültig den Klassenerhalt.

STENOGRAMM, 37. Spieltag, 11.05.2019, 13.30 Uhr

1860 München – Fortuna Köln 3:2 (2:2)

1860: 1 Hiller (Tor) – 28 Paul, 27 Belkahia, 32 Lorenz, 36 Steinhart – 38 Lacazette, 17 Wein, 20 Bekiroglu – 16 Kindsvater, 9 Mölders, 31 Koussou.
Ersatz: 30 Hipper (Tor) – 6 Mauersberger, 11 Köppel, 13 Owusu, 24 Ziereis, 25 Willsch, 34 Böhnlein.

Fortuna: 1 Rehnen (Tor) – 4 Uaferro, 23 Fritz, 3 Kyere Mensah – 31 Brandenburger, 2 Ernst – 17 Schiek, 14 Eberwein, 20 Scheu – 18 Bröker, 8 Hartmann.
Ersatz: 25 Kraft (Tor) – 6 Kurt, 15 Ngamukol, 26 Abu Hanna, 27 Exslager, 29 Ceylan, 34 Andersen.

Wechsel: Mauersberger für Belkahia (28.), Willsch für Koussou (64.), Owusu für Kindsvater (83.) – Exslager für Bröker (58.), Abu Hanna für Exslager (79.), Ngamukol für Scheu (85.).

Tore: 1:0 Kindsvater (18.), 1:1 Bröker (24.), 1:2 Fritz (27., Foulelfmeter), 2:2 Mölders (45.+2), 3:2 Owusu (85.).
Gelbe Karten: Wein, Lorenz – Scheu, Fritz, Hartmann, Schieck.
Gelb-Rote Karte: Kyere Mensah (46., wiederholtes Foulspiel).
Zuschauer: 15.000 Grünwalder Stadion (ausverkauft).
Schiedsrichter: Oliver Lossius (Bonn); Assistenten: Matthias Lämmchen (Meuselwitz), Steven Greif (Westhausen).

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