Groundhoppers 1860 Rückblick: Die Löwen auf dem Würzburger Dallenberg

In den letzten fünf Jahren traten die Löwen insgesamt dreimal im „Stadion am Dallenberg“ an. Seinen historischen Namen verdankt die inzwischen leider auch mit einem jener unsäglichen Werbenamen verunstaltete Arena einem Hügel im Südwesten Würzburgs, zugleich auch Namensgeber des dortigen Wohngebietes.

Am 28. August 2014 waren es die Löwen-Amateure, die am neunten Spieltag der Regionalliga Bayern als Tabellenzweiter den Spitzenreiter aus Würzburg forderten. Vor stattlichen 4.580 Zuschauern, darunter ca. 400 Löwenfans gewann das Team von Trainer Torsten Fröhling etwas überraschend mit 2-0 und brachte damit den Kickers die erste Saisonniederlage bei. Die Torschützen für unsere Zweitvertretung waren Marius Wolf (3. Min) und Fejsal Mulic (21. Min).
Lasst euch mal die Aufstellung der damaligen Amas auf der Zunge zergehen, wie viele davon den Sprung in den Profifußball geschafft haben:
Michael Netolitzky, Sebastian Hertner, Michael Kokocinski, Felix Weber, Vladimir Kovac, Emanuel Taffertshofer, Korbinian Vollmann, Richard Neudecker, Fejsal Mulic, Marius Wolf und Christian Köppel. Eingewechselt wurde u.a. Robert Glatzel

In Erinnerung blieb uns ein der Löwenfan, der auf dem Zaun stehend fast die gesamte Spielzeit über „Pflastersteine auf die Kickers-Schweine“ in Richtung der damals noch im Block B befindlichen Fans des FWK gesungen hat. Unser Verdacht war, dass ihm ein Würzburger in der Vergangenheit entweder den Geldbeutel geklaut oder die Freundin ausgespannt hat.

Am Ende der Regionalligasaison 2014/15 stiegen die Würzburger Kickers trotz dieser Niederlage in die dritte Liga auf und schafften danach sogar den sofortigen Durchmarsch in Liga zwei. Damit waren es dann in der Spielzeit 2016/17 nicht mehr die Amas, sondern die Löwen-Profis, die am Dallenberg antreten mussten.

Bereits am 02.10.2016, dem achten Spieltag der noch jungen Saison 2016/17 gaben sich die Löwen in Würzburg die Ehre. Nach einem schwachen Auftritt und einer völlig verdienten 0-2 Niederlage vor 12.475 Zuschauern im ausverkauften Stadion nahmen wir neben der sportlichen Pleite auch die Erkenntnis mit nach Hause, dass man ein Stadion kaum schlimmer „zweitligatauglich“ umgestalten kann als am Würzburger Dallenberg.

Aus dem einstmals schönen, ums Eck gezogenen Gästebereich wurde der wohl hässlichste Steh- und Sitzplatzbereich für Anhänger von Gastmannschaften im deutschen Profifußball. Da haben die Unterfranken selbst dem in dieser Negativstatistik führenden SC Freiburg den Rang abgelaufen. Die Krönung des völlig missglückten und fanunfreundlichen Umbaus ist das stark sichtbehindernde, dichte Gitter vor dem kompletten Gästebereich. Unsere Nachfrage bei den Verantwortlichen des FWK ergab, dass diese Maßnahmen angeblich alle eine Folge von verschiedenen Auflagen der Stadt Würzburg und der örtlichen Sicherheitsbehörden seien.

Nur knapp drei Wochen später, am 25.10.2016 traf man an gleicher Stelle in der zweiten Pokalrunde schon wieder aufeinander. Der Gästeblock war natürlich immer noch so miserabel aber die Löwen wehrten sich diesmal ernsthaft und so ging es nach der Verlängerung und 120 kämpferischen aber torlosen Minuten in das Elfmeterschießen.

Es war wohl eines der schlechtesten seiner Art in der gesamten Pokalgeschichte. Trotz teils haarsträubend schwach geschossener Elfer (der Würzburger Torwart hatte bei vier von fünf Versuchen seine Finger zumindest am Ball) gewannen die Löwen am Ende mit 4-3 und erreichten damit die dritte Runde des Pokals. Da ging es dann nach Lotte, der Rest dürfte bekannt sein. Für die Löwen trafen damals Aycicek , Uduokhai, Wittek und Mölders.

In Erinnerung geblieben ist auch, dass dieser Pokalabend das letzte Spiel von Victor Andrade im Löwendress war, der sympathische Brasilianer zog sich in diesem Spiel einen Kreuzbandriss zu und kam im Rest der Spielzeit verletzungsbedingt nicht mehr zum Einsatz.

Nach diesem zweimaligen Aufeinandertreffen in der Zweitliga-Saison 2016/17 in Würzburg stiegen beide Mannschaften am Ende der Spielzeit sportlich in die dritte Liga ab. Bei den Löwen ging es dank der SMS „4“ sogar noch eine Etage tiefer….

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